Auf nach Dänemark

Geschrieben am 9. Oktober 2017 von

Es ist soweit. Einer, wenn nicht der letzte längere Schlag meiner Reise steht an. Es geht nach Dänemark, endlich. Morgen (Dienstag) um 17 Uhr will ich aufbrechen, um anschließend durch die Nacht und den folgenden Tag zu segeln. Meine Ankunft in Skagen ist dann für den späten Nachmittag bzw. frühen Abend am Mittwoch geplant. Wirkliche Sicherheit, ob ich denn tatsächlich aufbreche wird es aber erst morgen geben. Denn ich warte auf den notwendigen Winddreher von Ost auf West und die Vorhersagen sind gegenwärtig doch recht wackelig. Ich bin gespannt …

Meine voraussichtlich letzte Station in Norwegen heißt Korshamn/Korshavn. Nach dem ein oder anderen doch etwas trostloseren Hafen endlich mal wieder ein wirkich schönes, gemütliches Örtchen mit viel Stimmung. Es ist mal wieder mucksmäuschenstill um mich herum. Nur ab und zu knattert eine Norweger mit seinem Boot vorbei, wenn er seine Fangkörbe einsammeln oder ausbringen fährt. Gestern war ich von Sirlevag knapp 40 Meilen nach Borshavn auf der Insel List gesegelt. Ja .. tatsächlich gesegelt. Eigentlich war ja Flaute gemeldet, am Ende blies es allerdings mit über 20 Knoten genau von achtern und Carpe schlingerte unter Genua wild durch die steile, kabbelige See. Dazu schien die Sonne. Kalt war es trotzdem, es wird halt so langsam aber sicher Herbst. Borshavn nutze ich ebenfalls als reinen Stoppover-Hafen. Viel mehr kann man hier ohnehin nicht machen. Um das innere Hafenbecken stehen ein paar Häuser und ein Kiosk. Auf dem Parkplatz davor stehen eine Handvoll Dorf-Jugendlichen mit ihren aufgemotzten Autos und verdrücken das ein oder andere Stück Fastfood aus eben diesem Kiosk. Der hat also offen .. sehr gut. Also bleibt heut` Carpes Küche kalt und auch ich gehe gleich mal eine kleine Portion Fett abholen. Danach gönne ich mir noch eine heiße Dusche, die ihren Namen wirklich verdient hat, und lasse den Abend gemütlich an Bord ausklingen. Die Zufahrt zum Liegeplatz ist hier übrigens verdammt eng. Während der Vorhafen mit Mole wirklich riesig ist, wird das kleine Fahrwasser nach hinten zusehends kleiner. Rechts und links wird es gesäumt von den mittlerweile gewohnten Spieren, welche die Fahrrinne markieren. Bei meiner Ankunft bläst es auch im Hafen noch ganz ordentlich. Also ist mal wieder Multitasking gefragt: Boot fahren, Fender und Leine klar machen, auf die Tiefe achten, Liegeplatz finden. Den Burger habe ich mir als wirklich verdient ;-).

Heute war dann mal wieder Bojenslalom angesagt Nahezu die halbe Strecke der heute nur knapp 18 Meilen musste ich scharf Ausguck nach den zahllosen Gummibällen halten. Das ist in der morgens noch tief stehenden Sonne, die das Wasser vor mir gleißend hell leuchten lässt, manchmal gar nicht so einfach. Und so dauert es nicht lange, bis ich eines der Fanggeräte übersehe. Kein Wunder, denn anstatt mit einer bunten Boje ist die Leine nur mit einem weißen Kanister markiert. Kurz erschrecke ich mich, als der Kanister unmittelbar neben mir an der Bordwand vorbeizieht. Viel mehr schockt mich allerdings die grüne Schwimmleine, die darunter quer im Wasser treibt. Sofort kuppele ich die Maschine aus, da beginnt uns der Kanister schon zu folgen. Mist ! Die Leine hängt an Kiel oder Ruder. Viel mehr als weiter zu treiben kann ich erst mal nicht machen. Und so kommt es, dass nur wenige Augenblicke später die Leine plötzlich wieder frei ist und der Kanister hinter mir im Kielwasser verschwindet. Offenbar ist die Strippe nur kurz an Kiel oder Ruder entlang gerutscht und war anschießend wieder frei. Meine Fresse .. die Pumpe geht mir eins zu tausend. Das hätte heute wirklich noch gefehlt.

Ansonsten ist der Tag undramatisch. Zeitweise läuft im Schwachwind der Volvo, später kreuze ich Richtung Korshamn auf. Im Ort angekommen beginnt dann die Suche nach einem Liegeplatz. Die Angaben im Revierführer sind insoweit nämlich etwas irreführend. Am Ende finde ich aber ein gutes Plätzchen zwischen zwei Arbeitsschiffen. Es gibt, Wasser und Strom und eine kleinen Laden finde ich später sogar auch noch. Ansonsten fällt der übliche Rundgang kurz aus. Es ist hier zwar sehr schön und eigentümlich gemütlich, aber die Menschen verstecken sich mal wieder irgendwo. Eben habe ich noch etwas Diesel aus dem Kanister ergänzt und mal ne neue Gaspulle angeschlossen. Morgen stehen dann ich ein paar letzte kleine Vorbereitungen an, bevor ich dann am Nachmittag hoffentlich los komme. Es wird langsam Zeit nach Hause zu kommen. Ahoi !

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