{"id":1257,"date":"2017-05-29T13:10:24","date_gmt":"2017-05-29T11:10:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.xn--trn-sna.de\/blog\/tigerneu\/?p=1257"},"modified":"2017-05-29T20:43:43","modified_gmt":"2017-05-29T18:43:43","slug":"schweden-und-erster-video-gruss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.xn--trn-sna.de\/blog\/tigerneu\/2017\/05\/29\/schweden-und-erster-video-gruss\/","title":{"rendered":"Schweden und erster Video-Gru\u00df"},"content":{"rendered":"<p>Da muss ich bis nach Figeholm (ja, da\u00df heisst wirklich so) fahren, um das bislang pfeilschnellste Internet meines Lebens zu nutzen. Und das obwohl man hier mitten in den Sch\u00e4ren liegt, das Dorf sehr klein ist und man hier eher mit Pipi Langstrumpf als Hitec rechnet. Mich freuts nat\u00fcrlich und so nutze ich die Gelegenheit f\u00fcr einen weiteren Blog-Eintrag. Wer wei\u00df schon was da als n\u00e4chstes kommt.<\/p>\n<p>Wo waren wir stehen geblieben ? Ah ja genau .. auf Utklippan. Ich wei\u00df ja auch nicht genau was gerade mit mir los ist. Aber auch auf Utklippan war die Nacht bereits um 7 Uhr vorbei. Und zwar freiwillig. Etwas verknittert aber dennoch putzmunter stand ich im Salon und schon bald sa\u00df ich mit einem Kaffee im Cockpit und bestaunte einmal mehr die urige Umgebung dieses tollen Felsens. Wenig sp\u00e4ter gings dann los. Die Wettervorhersage meldete f\u00fcr heute im Grunde keinen Wind. Wenn \u00fcberhaupt sollte es mit 4-5 Konten aus wechselnden Richtungen wehen. Von daher stand heute eine \u00fcberschaubare Etappe unter Maschine auf dem Programm. Mein Ziel: Kristianopel an der westlichen Seite zu Beginn des Kalmarsunds. Ungef\u00e4hr 20 Seemeilen galt es zu bew\u00e4ltigen, was mit der neuen Schiffschraube nat\u00fcrlich \u201eein Klax\u201c ist :-). Kroch ich fr\u00fcher bei knapp 2000 Umdrehungen mit 4 Knoten durch die Gegend sind es heute an die 5. Sehr gut. Die Fahrt an sich verl\u00e4uft dann auch undramatisch. Die Sonne h\u00e4mmert einmal mehr und frittiert mich im Cockpit und schon bald taucht backbord voraus die jetzt bewaldete K\u00fcste Schwedens auf. \u201cYeah !\u201c, denke ich. Ich bin bis nach Schweden gesegelt. Das ist doch schon mal was. Hier war ich zuvor noch nie gewesen.  Weder zu Lande, zu Wasser und auch nicht in der Luft. Umso mehr freue ich mich jetzt auf das Land von K\u00f6nigin Silvia und Astrid Lindgren.<\/p>\n<p>In Kristianopel angekommen stand dann eine weitere Premiere auf dem Programm. N\u00e4mlich das anlegen mit einer der hier \u00fcblichen Heckbojen. Dazu hatte ich mir zu Hause einen der dazu g\u00e4ngigen Bojehaken besorgt. Also los ..  langsam den Liegeplatz mit der Boje an Steuerbord ansteuern, beim vorbeifahren den Haken einf\u00e4deln und die Leine aus der Hand fieren, w\u00e4hrend Carpe weiter auf den Steg zu h\u00e4lt. Der Wind pustet leicht von der Seite, stellt aber kein Problem dar. Etwa eine guten Meter vor der Pier stoppe ich die Fahrt langsam aus der Hand mit der Bojenleine auf. Jetzt die Leine auf die Klampe und erneut vorw\u00e4rts einkupplen um Zug auf der Boje zu halten und sich so das letzte St\u00fcck an den Steg heranzuziehen. Als letztes dann nach vorne die Vorleinen \u00fcberbringen und geschafft. Das hat doch wirklich gut geklappt f\u00fcrs erste mal. Ich habs nat\u00fcrlich auch gefilmt und werd`s bei Gelegenheit mal zeigen.<\/p>\n<p>Kristianopel hatte ich im Revierf\u00fcrer als netten kleinen Hafen gefunden. Und das ist er auch. Die typischen kleinen und gro\u00dfen Holzh\u00e4user und -h\u00fctten in Rot- und Gelbt\u00f6nen s\u00e4umen das Ufer und die wenigen Stra\u00dfen des Orts. Der Hafenmeister ist ein netter kauziger Mann mit Buckel, der es leider auch nach 5 Versuchen nicht schafft, eine meiner Karten f\u00fcr die Bezahlung der Liegegeb\u00fchr zu nutzen. Also darf ich ausnahmsweise in bar mit Euro zahlen. Etwas sp\u00e4ter gelingt es mir am nahen Campingplatz dann doch mit einer Karte etwas Bargeld zu bekommen. Im Hafen selbst ist nicht viel los. Gerade mal eine gute Handvoll Boote liegt hier. Es ist eben noch fr\u00fch in der Saison. Im Juli und August soll hier die H\u00f6lle los sein. Von daher bin ich echt froh so fr\u00fch hier unterwegs zu sein. Merkw\u00fcrdig ist nur der leichte AA-Geruch der hier eigentlich den ganzen Tag durch den Hafen weht. Irgendwann hat man sich aber auch daran gew\u00f6hnt und so wird Kristianopel zu einem sch\u00f6nen Stopp, den ich hier empfehlen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Tag beginnt wieder fr\u00fch (watt soll datt ?). Drau\u00dfen weht bereits eine sch\u00f6ne Brise aus s\u00fcdlichen Richtungen. Das passt bestens zu meinem heutigen Kurs nach Norden. Es soll nach Kalmar gehen. Der hier in der Gegend gr\u00f6\u00dften Stadt die dem Sund seinen Namen gegeben hat.Der gemeldete Wind h\u00e4lt was er versprochen hat. Von anfangs 15, geht\u2019s \u00fcber 20 bis auf 25 Knoten. Nur unter Genua und mit der Brise genau von achtern machen wir so gut Strecke. Die knapp 30 Meilen bis zur Anfahrt nach Kalmar vergehen so quasi in Windeseile. W\u00e4hrend der ganzen Zeit steuert der Windpilot wie gewohnt sicher und souver\u00e4n Carpe durch die zunehmend h\u00f6heren Wellen. Nach zwei Halsen beginnt schlie\u00dflich die Ansteuerung von Kalmar. Auch hier gibt\u2019s nat\u00fcrlich einige Untiefen und vor allen Dingen dicke Steine und Felsen im Wasser. Also halte ich mich penibel an die Kardinals- und Fahrwassertonnen. Auch wenn die ein oder andere Untiefe laut Karte f\u00fcr mich nicht wirklich gef\u00e4hrlich sein sollte. Aber .. sicher ist sicher. Der Hafen von Kalmar ist dann doch gr\u00f6\u00dfer als erwarten. Quer durch den Vorhafen mit seinen gro\u00dfen Fracht- und Passagierterminals geht es in eine der hintersten Ecken. Dort befindet sich die gro\u00dfe Marina mit sicher gleich 100 Liegepl\u00e4tzen. Wieder mit Heckbojen. W\u00e4hrend der Zufahrt in das gro\u00dfe Becken treffe ich \u00fcbrigens auf ein Segelboot mit deutscher Flagge, dessen Skipper mich gleich  beim Namen nennt und freundlich winkt. Echt lustig &#8211; da werde ich sp\u00e4ter doch gleich mal vorbei schauen.<\/p>\n<p>Ich entscheide mich f\u00fcr einen Platz neben einer weiteren deutschen Yacht. Der Eigner Martin hilft mir dann auch gleich beim Anleger, gefolgt von einem kurzen Schnack. Von Hafen zu Hafen hat es ziemlich genau 6 Stunden gedauert. Das ist echt ok und so habe ich durch meine fr\u00fche Ankunft noch etwas Zeit f\u00fcr M\u00fc\u00dfiggang. Denke ich zumindest. Denn es beginnt mal wieder eine Episode aus \u201eder versteckten Kamera\u201c. Als erstes muss ich aber erst mal was essen. Was trifft es sich da gut, dass gleich zehn Meter von meinem Liegeplatz entfernt ein McDonalds ist. Der Hafen liegt n\u00e4mlich tats\u00e4chlich mitten im Zentrum Kalmars, quasi direkt an der Hauptpromenade an der sich zahlreiche Leute tummeln. Also nix wie rein in den Burgerladen und erst mal was f\u00fcr die Speckrolle getan. Danach will ich mich wieder ums Boot k\u00fcmmern und zun\u00e4chst mal Landstrom legen. Alles wird verlegt, eingest\u00f6pselt und angeschaltet. Ergebnis: Kein Saft im Boot. \u201eHmm .. komisch.\u201c, denke ich und fummele erst mal zigfach an den Kabeln und Steckern herum. Aber auch das \u00e4ndert nichts an dem Problem. Dann kommt mir ein Gedanke. Am Morgen in Kristianopel war mir aufgefallen, dass ich das Kabel meiner Kabeltrommel im Backkistendeckel eingeklemmt hatte. Das war demnach etwas gequetscht, wenn meiner Meinung nach auch nicht kaputt. Also messe ich mit dem Strompr\u00fcfer mal alles durch. Langer Rede kurzer Sinn: Es geht zwar voller Strom in die Trommel rein, am Ende kommen aber nur 160 Volt an. Das ist nat\u00fcrlich zu wenig um das Ladeger\u00e4t und auch alles andere in Wallung zu bringen. Zwischenzeitlich bin ich sicher eine ganze Stunde mit dem Schei\u00df besch\u00e4ftigt und die nach wie vor brennende Sonne beginnt mich langsam auszud\u00f6rren. Aber es hilft ja nix. Ich suche die vermeintlich schadhafte Stelle des Kabels, schneide das St\u00fcck heraus und \u00fcberbr\u00fccke das Ganze provisorisch. Wieder messe ich und erneut kommt nur die H\u00e4lfte des Stroms am Boot an. So langsam bin ich mit meinem Latein dann doch am Ende. Au\u00dferdem habe ich ehrlich gesagt keinen gro\u00dfen Bock jetzt hier noch stundenlang an dem ohnehin schon maroden Kabel herumzufummeln. N\u00e4chste Idee: Ein Baumarkt. Wer aber schon mal in Schweden war, wei\u00df, dass Samstags um 12 Uhr fast \u00fcberall der Hammer f\u00e4llt und alle Gesch\u00e4fte zu haben. Im Internet finde ich dennoch einen Baumarkt. Sogar ein BAUHAUS, der zudem bis 18 Uhr ge\u00f6ffnet haben soll. Nun ist es bereits kurz nach 17 Uhr und ich muss leider feststellen, dass ich die doch etwas weitere Strecke bis zu dem Markt bis dahin nicht zu Fu\u00df schaffen werde. \u201eIch brauche ein Taxi\u201c, denke ich. Also versuche ich zun\u00e4chst via Telefon ne Taxe zu bekommen. Mehr als unverst\u00e4ndliche schwedische Bandansagen kann ich allerdings nicht erreichen. Also wetze ich zum Bahnhof. Dort wird\u2019s doch wohl `n Taxi geben. Denkste .. auch hier ist nix mehr los. Auf dem R\u00fcckweg zur Marina \u00fcberholt mich dann tats\u00e4chlich doch ein Taxi. Ich pfeife und rufe, sehe aber gleich, dass der Wagen proppenvoll ist und der Fahre abwinkt. OK. Dass wars dann wohl mit einem neuem Kabel heute. Dann lebe ich die n\u00e4chsten Tage eben in der 12-Volt-Welt und muss versuchen irgendwo anders ein neues Kabel zu erstehen.Doch wieder kommt es anders. Als ich gerade zur\u00fcck aufs Boot steigen will, hupt es hinter mir. Der Taximann ist wieder da und winkt mich heran. Ich schildere mein Problem und ab geht die Fahrt mit rasanten 30 km\/h Richtung Baumarkt. Rasen scheint in Schweden sehr teuer zu sein. Nun denn &#8211; um zehn vor sechs erreichen wir tats\u00e4chlich den noch ge\u00f6ffneten Baumarkt und ich erstehe eine neue Kabelrolle f\u00fcr 600 Kronen (sch\u00e4tze mal so 60 Euronen). Die ganze Aktion hat mich nicht nur Nerven, unn\u00fctze Rennerei und einen geruhsamen Nachmittag gekostet, sondern am Ende zusammen mit dem Taxi-Ged\u00f6ns \u00fcber hundert \u00d6cken. Aber egal. So isset halt eben und nun habe ich wenigstens ne brandneue Rolle und wieder Strom im Boot. Morgen solls dann weiter Richtung Norden und erstmals in die Sch\u00e4ren gehen .. ich in gespannt. <\/p>\n<p>Und noch was. Es wird langsam Zeit f\u00fcr die erste Video-Botschaft aus dem \u201eUM DEN TIGER\u201c Crowdfunding. Mein Gru\u00df geht nach \u00d6sterreich zu Horst Hwala, der sich als Erster eine Video-Botschaft als Dankesch\u00f6n f\u00fcr seine Unterst\u00fctzung ausgesucht hat. Also dann .. liebe Horst Hwala, vielen Dank f\u00fcr deine Unterst\u00fctzung und viele Gr\u00fc\u00dfe aus dem schwedischen Figeholm:<\/p>\n<p><center><br \/>\n<iframe loading=\"lazy\"  id=\"_ytid_16450\"  width=\"500\" height=\"281\"  data-origwidth=\"500\" data-origheight=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/inkq0zmNloE?enablejsapi=1&#038;autoplay=0&#038;cc_load_policy=0&#038;cc_lang_pref=&#038;iv_load_policy=1&#038;loop=0&#038;modestbranding=0&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;playsinline=0&#038;autohide=2&#038;theme=dark&#038;color=red&#038;controls=1&#038;\" class=\"__youtube_prefs__  epyt-is-override  no-lazyload\" title=\"YouTube player\"  allow=\"fullscreen; accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen data-no-lazy=\"1\" data-skipgform_ajax_framebjll=\"\"><\/iframe><br \/>\n<\/center><\/p>\n<p>Ahoi !<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Da muss ich bis nach Figeholm (ja, da\u00df heisst wirklich so) fahren, um das bislang pfeilschnellste Internet meines Lebens zu nutzen. 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