180 Grad …

Geschrieben am 5. Oktober 2017 von

… genau das war heute morgen nach verlassen des Hafens von Langevag der Unterschied zwischen vorhergesagtem und tatsächlichem Wind. Kein Witz. Es war Nordwest gemeldet und vor der Küste blies es aus Südost. Mein „verwegener“ Traum von Halbwindsegeln mit beiden Segeln war also erst mal dahin. Unter Maschine und teils dann doch unter Segeln bin ich zunächst Richtung Haugesund gefahren. Trotz nur mäßigem Wind heute morgen stand vor der Küste noch eine Welle von sicher 4 Meter. Und genau das ist hier das Problem. Ich bekomme fast täglich Mails und Grußbox-Nachrichten mit Vorschlägen für Etappen und Häfen. Dafür bin ich natürlich erst mal dankbar. Ich gebe dabei allerdings zu bedenken, dass ihr gerade in diesem Revier nicht nur auf die Wetterkarte schauen dürft. Morgen Vormittag wird es beispielsweise an der Südwestspitze Norwegens mit berechenbaren 30 Knoten blasen. Zumal von achtern, was im Grunde kein so großes Problem ist. Schaut man aber in die entsprechende Wellenprognose (www.barentswatch.no/en/waveforecast) dann sieht es doch schnell anders aus. Denn allein morgen Vormittag stehen in den beiden Küstenfahrwassern, die man nun mal zwangsläufig durchqueren muss, bis zu 8 Meter Welle. Das ganze zusätzlich auf Legerwall. Wer schon mal 8 Meter Welle erlebt hat, weiß wovon ich rede. Kein wirklicher Spaß und gefährlich obendrein. Gerade mit einem kleinen, leichten Boot wie Carpe. Hinzu kommen die vielen lokalen Schauerzellen die hier Tag für Tag durchziehen und auf den Wetterkarten so nicht wiedergeben werden. Allein heute wurde ich 6 mal von einer schwarzen Wand „eingeholt“, die nicht nur Unmengen von Regen, sondern in aller Regel auch noch sehr unangenehme Schauerböen mit sich bringen. Hinzu kommt der zunehmend dichte Verkehr hier oben.

Heute waren es letztlich gute 45 Meilen bis Tananger, von denen ich am Ende sogar das meisten gesegelt bin. Dennoch ist mal wieder alles pitsche-patschenass und der Salon ähnelt gerade eher einer Wäscherei. Mal sehen wie sich das Wetter morgen entwickelt. Möglich das ich am Abend aufbreche und ein Stück in die Nacht segeln werde. Also dann .. Ahoi !

5 Kommentare zu 180 Grad …

  1. Jörg

    Mensch – mit diesen Bilder und Nachrichten ist es ganz einfach, dich für deine Leistung zu bewundern. Pass bloß auf dich auf mein Lieba!!! Ich plane gerade den Geburtstag von meinem Kurzen einen Tag vorzuverlegen. Dann komme ich auch nach Fehmarn! Halte durch ich zittere hier ein bisschen mit dir!!!! Ahoi

  2. Christopher Hoefer

    Echte Abenteuer hier ist es wie immer in der Karibik. 15-20 aus Ost.Die Sonne lacht und ich trinke Rum.
    Viel Glueck beim Rest der Tour.
    Fair Winds
    PIPS

  3. Mic

    Schade, dass Du keinen Halt in Haugesund / Karmøy gemacht hast. Haben uns auf Dich gefreut. Klappt bestimmt ein anderes mal 🙂 . Vielleicht sehen wir uns ja mal auf Fehmarn, wo wir min. 2 mal im Jahr aufschlagen. Viele liebe Grüsse von der Westküste Norwegens. Mic

  4. Marcus

    Hi Guido, um auch nochmal zu schlaumeiern… Bleib schön im Hafen bis Samstag, dann wirds wohl besser… Dann kannst Du schön Boden nach Süden gutmachen. Mein Tipp vom warmen Sofa zuhause… 😉

  5. Cord Tepelmann

    Hallo Guido,

    bleibe vor- und umsichtig, was ich dir auch unterstelle. Alle wollen dich gesund und heil auf Fehmarb begrüßen. „Mast- und Schotbruch“ wünsche ich dir – auch für den Rest des Törns.

    Viele Grüße

    Cord

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