Huhu …

22. Juni 2017 Besan 0

Unser Platz in Schlüsselburg. Einfach, aber klappt … irgendwie. Aaaahoi!


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Zwei lange Schläge nach Russland

22. Juni 2017 Besan 1

Ahoi ! Wie angekündigt hier also ein paar weitere Zeilen über unseren Weg zu Mütterchen Russland. Ich schreibe diese Zeilen in Schlüsselburg/Russland, wo wir mit Carpe an einer derben Steinmauer liegen, die laut Aussage der Einheimischen schon von Peter dem Großen errichtet wurde. Ringe oder Klampen gibt’s hier nicht, geschweige denn Strom, Wasser oder Toiletten. Unsere Leine haben wir an ein paar eingeschlagenen Stangen und uralten Ketten und Haken vertäut, die wir an der Mauer und auf der angrenzenden Wiese gefunden haben. Scheint aber irgendwie zu halten, denn die erste Nacht haben wir bereits hinter uns. Nun aber zurück zu unserem bisherigen Weg:

Es geht nach Haapasaari, einem kleinen Eiland unmittelbar an der finnisch-russischen Seegrenze. Von Hanko sind das immerhin 145 Seemeilen. Der bislang längste Schlag des Törns, für den wir je nach Verhältnissen 24 bis 30 Stunden veranschlagen. Der Morgen in Hanko ist zunächst üsselig. Es regnet, der Himmel ist wolkenverhangen und einmal mehr zieht es mich eher in die Koje als an Deck. Nicht zuletzt weil wir zu spät in die Heia sind und eigentlich nur 3 Stunden geschlafen haben. Nach Frühstück und Toilettenbesuch schlüpfen wir dennoch in unsere Thermounterwäsche und das knallrote Parasail-Ölzeug und werfen um 3 Uhr lokaler Zeit die Leinen bzw. den Bojenhaken los. Die angesagten 5 Windstärken aus Südwest sind bereits da und als wir wenig später die Segel setzen geht es mit durchschnittlich 6 Knoten hinaus aus den Schären raus aufs freie Wasser. Hier legen wir Kurs Ost an geben Carpe unter Windpilot die Zügel. Der Regen prasselt derweil ohne Unterlass herab. Es ist nicht nur kalt, sondern arschkalt und nach nur wenigen Stunden ist alles nass. Viktor zieht nach und nach alles an was er dabei hat und ähnelt in seinem Ölzeug bald einem Michelin-Männchen. Eisern sitzt er Stunde um Stunde im Cockpit oder geht Ruder. Nicht das ich ihn dazu zwingen würde, vielmehr kann er bei etwas raueren Verhältnissen nicht gut unter Deck ausharren und zieht es daher vor die Fahrt im Cockpit abzuwettern. Zwischendurch überrede ich ihn dann aber doch mal für eine knappe Stunde und ein Schläfchen unter Deck zu gehen. Insgesamt über 10 Stunden regnet es als ob es kein Morgen gäbe. Dann ist die Dusche plötzlich aus. Dafür zieht am Abend immer wieder Seenebel auf, der die Sicht stark einschränkt. Die paar Frachter und Tanker die hier kreuzen haben wir aber auf dem AIS gut im Blick und müssen uns insoweit keine wirklichen Sorgen machen. Unsere erwartete Ankunftszeit auf Haapasaari liegt bei ungefähr 5 Uhr Dienstag morgen.

Die Nacht ist wie schon fast gewohnt nicht wirklich dunkel. Nur der immer wieder durchwabernde Nebel und die Wolken sorgen heute für etwas schattigere Stimmung als sonst. Der Wind dreht mehr und mehr auf West, was auch so gemeldet war. Irgendwann bläst es mit guten 30 Knoten genau von achtern. Zeit also das Groß zu bergen und fortan mit der Genua gen Ost zu rauschen. Das Vorsegel ist dabei auf etwa die Hälfte seiner vollen Fläche gerefft, treibt uns aber trotzdem mit über 6 Knoten voran. Der Windpilot muss jetzt schon seine ganze Steuerkunst aufwenden um Carpe auf Kurs zu halten. Die Wellen die von achtern anrollen sind nämlich mittlerweile sicher gute 2 Meter hoch. Zwischendurch rollen immer wieder eine Handvoll noch höhere Wasserberge heran und heben uns für kurze Momente wie auf eine Aussichtsplattform an. Wenig später geht es dann wieder rauschend runter ins Wellental herab. In der Anfahrt nach Haapasaari kommt dann doch noch etwas Verkehr auf. Zunächst nähert sich von hinten die „FINNWAVE“ auf fast genauem Kollisionskurs mit uns. Die Sicht ist immer noch schlecht, sodass wir den Frachter selbst als er nur noch eine halbe Meile entfernt ist nicht mit bloßem Auge ausmachen können. Zur Sicherheit springe ich an den Funk und rufe den Finnen an. Der meldet sich prompt auf Kanal 16 und bestätigt auf meine Anfrage, dass er uns gut auf dem Radar sieht und an Steuerbord überholen wird. Eine gute Stunde später nähern wir uns dann einr großen Reede. Hier manövrieren gleich zwei große Frachter auf der Suche nach einem geeigneten Ankerplatz. Mit einer Halse weichen wir großzügig aus. Das Manöver führt uns bis auf 3 Meilen an die finnisch-russische Grenze heran. Die auf der Seekarte nur dünne Linie habe ich mir zuvor zur Sicherheit dick markiert, um diese nicht aus Versehen zu überfahren. Das könnte nämlich doch etwas Mecker geben, zumal die erste russische Insel Ostrov Gogland bereits in der Ferne zu erahnen ist. Eine weitere Halse bringt uns wieder auf Kurs Haapasaari. Entang der Grenze geht es so für drei weitere Stunden voran. Irgendwie werden wir das Gefühl nicht los beobachtet zu werden. Denn auf dem nahen Gogland (RUS) soll eine große Radar- und Horchbasis liegen. Dementsprechend ist die ganze Insel auch Sperrgebiet.

Die letzten Meilen nach Haapasaari haben es dann doch nochmal in sich. Der Wind hämmert nach wie vor mit um die 30 Knoten von achtern. Die Genua haben wir geborgen und die Maschine für die finale Anfahrt gestartet. Dann sehen wir vor uns plötzlich Dutzende Bojen und Fähnchen im Wasser. „Das sind Netze !“, ruft Viktor durch den Wind. Vorsichtig umkurve ich die vielen bunten Markierungen bis ich plötzlich dahinter ganze Reihen von weißen und roten Bojen sehe. „Das sind keine Einzelnetze mehr, sondern Stellnetzreihen !“, plärre ich zurück, „Da kommen wir nicht durch !“. Ich bin echt bedient. Wir befinden uns ziemlich genau in der empfohlenen Anfahrt für die finnische Insel und sind in einem Meer aus Bojen und Netzen gefangen. Dazu kommen Müdigkeit, Kälte und Nässe sowie die wachsende Ungeduld auf den Landfall. Ab er es hilft nix, wir drehen auf engem Raum und müssen mit einem großen Bogen erneut anfahren. Das klappt schlielßlich besser und wir können zwischen den vorgelagerten Inseln Haapasaaris die Leine und Fender klarmachen. Vorbei an dem großen „Passport Control“ Posten der finnischen Grenz-Behörden steuern wir bald in die kleine zentrale Bucht ein. Das Zugangsfahrwasser ist betonnt. Das ist auch gut so, denn rechts und links ragen mächtige Felsen aus dem Wasser und man kann deutlich den Meeresgrund sehen. Das Fahrwasser selbst ist außerdem so eng betonnt, das zwei Boote dieses nicht gleichzeitig befahren können. In der Bucht ist der Seegang dann von jetzt auf gleich verschwunden und auch der Wind wird gut abgeschirmt. Wir wählen den zuvor auf der Karte ausgemachten Steg der kleinen Tankstelle als Anlegepunkt aus und machen dort um ziemlich genau 4 Uhr Dienstag morgen, nach 25 Stunden, die Leinen fest. Dann eben noch kurz mit der Dieselheizung durchgeheizt und ab in die Koje. Uff !

Mittags sind wir wieder auf den Beinen und unternehmen eine erste Erkundungstour über die Insel. Der etwa 15 Meter lange Holzsteg hat führt vorbei an einem kleinen Schuppen und einem Plumpsklo an Land. Dort steht auch gleich das erste Häuschen in dem ein kleiner Laden untergebracht ist. Obwohl eigentlich noch geschlossen, werden wir eingelassen und schauen uns kurz um. Dann gehts weiter Richtung Zoll-Station wo wir mit unseren Pässen und Bootspapieren schon mal ausklarieren wollen, bevor es morgen nach Kronstadt/Russland gehen soll. Nur gute 10 Minuten dauert der Fußmarsch über enge Pfade, und von der Eiszeit glattgeschliffene Felsenflächen. Menschen sehen wir zunächst keine. Nur ein paar Holzhäuschen und die Laden-Verkäuferin, die uns etwas später mit ihrem Quad überholt. An der Zollstation ist dann auch zunächst keine Socke. Im zentralen Gebäude treffen wir auch zunächst nur auf leere Büros in den einige PC`s und Bildschirme brummen. Also rufe ich mal ins Blaue und plötzlich tauchen gleich drei Uniformierte auf, die uns neugierig beäugen. Ein kurzer Talk lässt und dann wissen, dass wir erst am Tag der tatsächlichen Ausreise auschecken können. Soll heißen, wir müssen morgen um 8 Uhr an den großen Anlegesteg des Kontrollpunkts kommen, um dort die notwendigen Formalitäten abzuwickeln. Also gehen wir unverrichteter Dinge wieder zurück und erkunden jetzt die andere Seite der Insel. Auch hier viele kleine Holzhäuschen, hier und da sogar ein paar Menschen und an nahezu jedem Seegrundstück ein Bötchen im Wasser. Nach einer guten Stunde sind wir wieder zurück an Bord. Da an unserm Steg weder Wasser noch Strom liegen, fragen wir den urigen Laden-Besitzer, ob er vielleicht ein Kabel für uns legen könnte. Und tatsächlich. Nur wenig später wird aus dem kleinen Schuppen eine Verlängerungsschnur an unser Boot gelegt und nur Augenblicke später sorgt der Heizlüfter für muckelige und zunehmend trockene Stimmung im Salon. Außerdem fragt uns der Finne, ob wir nicht Lust haben in die Sauna zu gehen. Das haben wir, als der aber sagt, dass das erst frühestens uns um 21 Uhr abends ginge, lehnen wir dann doch ab. Immerhin wollen wir am nächsten Morgen früh raus . Zwei Saunagänge kurz davor würden uns doch eher schlapp als fit machen.

Der nächste Morgen beginnt um 6 Uhr. Es ist bereits taghell und eisekalt. Noch einmal schmeiße ich kurz die Heizung an, um das kleine Frühstück etwas gemütlicher zu gestalten. Um 7.30 Uhr sind wir bereits unterwegs zum Passport-Check. Ein finnischer Beamter nimmt unsere Papiere an sich und verschwindet dann für eine gute halbe Stunde. Dann bekommen wir die Dokumente und eine vom Zoll abgestempelte Crewliste zurück. Das ist dann auch das Dokument für die Einreise nach Russland. Mit einem zweiten Beamten geht es dann an Bord, wo eine recht halbherzige Bordbesichtigung stattfindet. Ich muss die Schränke und Stauräume öffnen und hier und da wird mal etwas gefragt. Wirklich gesucht wird aber nicht .. wonach auch !? Gegen 8.30 Uhr verlassen wir dann Haapasaari endgültig, setzen die Tücher und rauschen bei 5 bis 6 Beaufort Kurs Südost direkt zur finnisch-russischen Grenze. Schon um zehn Uhr passieren wir die unsichtbare Linie und rufen wie zuvor von Sail-Agent Vladimir empfohlen die russische Küstenwache an. Der Funk rauscht allerdings nur minutenlang ohne Antwort. Spontan nehme ich unsere Handfunke dazu und schalte diese ein. Dort dann plötzlich eine schwer verständliche, sehr verrauschte Antwort. In x Anläufen gelingt es uns dann, uns anzumelden. Die Küstenwache bestätigt derweil uns auf dem Radar zu beobachten und wünscht eine gute Fahrt nach Kronstadt. Wir sind in Russland !

Die Fahrt verläuft alles in allem gut, zieht sich aber ganz schön. Grund dafür sind immer wieder kurze Windlöcher die die Segel schlagen lassen und uns teilweise sogar zwingen den Diesel zuzuschalten. Da heute aber die Sonne scheint und die Temperaturen im Tagesverlauf angenehm werden, stört das nicht weiter. Viktor geht wieder eisern Ruder und steuert uns weiter Richtung Kronstadt. Kronstadt ist ein vorgelagertes Städtchen St. Petersburgs und auf einer kleinen Insel untergebracht, die auch die Zufahrt in die Bucht vor Petersburg markiert. Die ganze Bucht ist zusätzlich mit einem Sperrdamm gegen die offene See geschützt. Alles Errungenschaften von Peter dem Großen, seines Zeichens auch Gründer und Namensgeber von St. Petersburg. Die letzten Meilen ziehen sich endlos dahin und wir wünschen uns den Landfall nun immer mehr herbei. Schließlich passieren wir gegen Mitternacht die große Einfahrt nach Kronstadt. Im noch hellen Licht beobachten wir dabei das mächtige Sperrwerk, welches hier bei Sturmfluten die komplette Durchfahrt verschließen kann. Ein ähnliches Bauwerk gibt es glaube ich auf der Themse und soll London schützen. Hinter dem Durchlass sehen wir dann an Backbord ein Blitzlicht auf einem Hausdach und witzeln noch: „Die meinen bestimmt uns …“. Aber genauso ist es. Denn als wir kurze Zeit später an dem Gebäude vorbei fahren, wird laut gerufen und wir herangewunken. Da wären wir doch fast an dem Zollposten vorbeigefahren, denn auf unserer Karte war dieser etwas weiter hinten eingezeichnet. Anyway .. wir drehen auf der Stelle und machen kurz darauf die Leinen an einem riesigen stählernen Schwimmponton fest, an dem auch die Titanic hätte anlegen können. Wer nun glaubt, es wäre für heute geschafft, der täuscht sich, Denn jetzt gehts erst richtig los. Es kommen zwei Beamte an Bord, versorgen uns mit vielen Formularen und beginnen eine Durchsuchung des Boots. Es ist mittlerweile halb eins und ich bin ziemlich im Eimer. Dennoch müssen wir das Ganze Prozedere jetzt und hier erledigen. Gesetz ist eben Gesetz. Die beiden Beamten (ein Mann und eine Frau) suchen nun schon etwas genauer, während die Dame mit einer Videokamera bewaffnet alles filmisch dokumentiert und festhält. Nach 20 Minuten ist Carpe geprüft und für in Ordnung befunden. So wirklich streng ist das Ganze aber auch hier nicht. Nun müssen wir noch die ganzen Formulare ausfüllen und uns anschließend in einem Container a là DDR-Grenze melden. Hier wieder eine adrette Blondine in schicker Uniform hinter einer dicken Glasscheibe. Es wird palavert, Formulare geprüft und unsere Unterlagen kopiert. Dann ist es endlich vollbracht und wir fallen nach einem Butterbrot totmüde in die Koje. Morgen soll dann noch die Zollkontrolle stattfinden, bevor wir endlich nach St. Petersburg weiterreisen dürfen. Do swidanije !

Schlüsselburg …

21. Juni 2017 Besan 1

… ist erreicht. Vor den Toren des Ladogasees liegen wir an einer einfachen Mauer. Hier beginnt ganz klar die postsowjetische Realität. Es ist aber trotzdem sehenswert und interessant. Freitag wollen wir weiter Richtung Swir, den Fluss zu Europas zweitgrößtem See Onega. Es ist übrigens recht frisch und regnerisch. Der Wind hat heute mit bis zu guten sechs geblasen. Morgen schreib ich mal wieder etwas länger. Dos swidanije & Ahoi …

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Auf der Newa

20. Juni 2017 Besan 0

Es ist vollbracht. Wir sind durch St. Petersburg durch und haben auch die letzte Hubbrūcke vor Schlüsselburg passiert. In der Newa teilweise 5 Knoten Gegenstrom und zwischendurch ein Anleger an einer Baggerplattform zum warten. Der Hammer. Seit gestern Abend 19 Uhr waren wir unterwegs. Seit 14.30 Uhr sind nun die Leinen fest. Ein Minihafen in the middle of nowhere etwa 10 km vor Schlüsselburg. Ahoi.

Facebook Live-Video St. Petersburg

Chaos

19. Juni 2017 Besan 5

Was für ein Chaos. Zunächst heißt es wir, sollten um Mitternacht losfahren um den Lotsen abzuholen. Dann werden wir gebeten doch erst Um eins loszufahren. Um halb eins klingelt das Telefon, wir müssten sofort los da der Wasserstand steigt und wir sonst nicht unter die erste Brücke passen. Also los. Hundert Meter vor der Brücke dann die Info, dass die Brücke selbst bei normalem Wasserstand zu tief ist. Von besagter – neuer – Brücke wussten wir bis dato übrigens nichts. Also Abbruch und zurück in die Marina. Morgen neuer Anlauf auf komplett neuer Route mit Riesen Umweg. Willkommen in Russland.

Es geht weiter

18. Juni 2017 Besan 1

Moin zusammen und Gruss aus dem nach wie vor sonnigen St. Petersburg. Nachdem wir uns gestern in der wirklich sehenswerten Stadt die Hacken schief gelaufen haben, steht heute ein etwas entspannterer Tag auf dem Programm. Wasser tanken, Proviant nachbunkern und vielleicht noch etwas Körperpflege, dann wollen wir heute um Mitternacht zur ersten Brücke der Newa aufbrechen, dort den Lotsen an Bord nehmen und anschließend durch das nächtliche Petersburg tuckern. Ich bin schon ganz gespannt. Nachher kommt auch nochmal Sail-Agent Vladimir an Bord um letzte Dinge mit uns zu besprechen. Das Wetter soll heute im Laufe des Tages etwas eintrüben und für die Nacht ist sogar etwas Regen gemeldet. Na mal schauen. Am Stadtrand von St. Petersbrug werden wir dann nochmal eine Pause einlegen bevor es abends weiter Richtung Schlüsselburg und den beiden letzten Brücken der Newa geht. Keep on tracking und bis später !

Foto-Shooting im russian style !
Foto-Shooting im russian style !

From Russia with love

17. Juni 2017 Besan 3

Nach zwei langen Etappen gen Osten und nunmehr schon zwei Tagen in St. Petersburg, wird es Zeit für einen neuen Blog-Eintrag über die zurückliegenden Ereignisse. Ich sitze in Carpes Bauch. Draußen ballert sie Sonne bereits den dritten Tag in Folge und am Heck plätschert leise die Strömung eines Seitenarms der Newa, dem mächtigen Fluss, der mitten durch St. Petersnburg fliesst. Viktor sitzt derweil in der Bugkoje und fummelt an seinem Fluss-Funkgerät herum, welches er sich aus welchem Grund auch immer zusätzlich gekauft hat. So langsam komme ich mir hier vor wie in einem Elektronik-Fachgeschäft, so viel Funk-, Navigations-, Handy- und Tracking-Gedöns fliegt hier herum. Und apropos Elektronik. Wie jeden Tag, gab es auch heute morgen eine Überraschung. Unser lieber Nachbar hat heute Nacht nämlich mal eben unseren Landstrom ausgestöpselt und so sind alle Akkus die eigentlich laden sollten noch immer leer. Irgendwie hat man manchmal das Gefühl, dass hier jeder einfach macht was er will. Dazu aber später mehr. Zunächst mal zurück nach Finnland, genauer gesagt nach Utö.

Nach zwei schönen Tagen auf dem kleinen Felsen-Eiland ging es am Morgen des 8. Juni los. Auf dem Programm steht ein kurzer Schlag von etwa 35 Seemeilen nach Rosala/Nötholm. Einem kleinen Hafen etwa 20 Seemeilen vor Hanko und damit ein guter Zwischenstopp auf meinem Weg zu eben dieser westlichsten Stadt Finnlands. Die Sonne scheint, jedoch ist der Wind nach dem gestrigen Starkwind heute fast gänzlich eingeschlafen. Also erst mal den Jockel an und ungefähr 3 Stunden durch das große Schärenfahrwasser Richtung Osten. Im Laufe des Vormittags stellt sich dann doch etwas Wind ein und ich setze die Segel .. gut so. Zwar eiern wir recht langsam aber dafür wieder ohne Dieselverbrauch und Geknatter meinem heutigen Etappenziel entgegen. Wie üblich mache ich zwischendurch ein 10 Minuten-Lünzjen („Koblenzerisch“ für Schläfchen) , da plappert es plötzlich aus dem Funk: „Carpe Diem, Carpe Diem, Carpe Diem …“. Noch leicht benebelt denke ich, „… war das für mich ?“. Ich stolpere zur Funke und antworte. Und tatsächlich, der Funkspruch galt mir. Ein ebenfalls deutscher Skipper, der entweder auch Guido hieß oder mich eben so ansprach, meldet sich von seiner etwa 25 Fuß langen kleinen Segelyacht, die mich gerade in etwa 50 Meter Abstand auf Gegenkurs passiert. Und während ich noch überlege , dass das mit den Lünzjen vielleicht hier doch so keine gute Idee ist, beginnt ein kurzer netter Plausch über das übliche Seemanngsarn wie Wetter, Route Ziele und so weiter und so fort. Dann ziehen wir beide wieder unserer Wege und schon bald ist die kleine Yacht des Gesprächspartners achteraus verschwunden. Die restliche Fahrt verläuft dann auch undramatisch. Hier und da kreuzen ein paar andere Segler und Motorboote meinen Weg. Dazwischen immer wieder die vielen keinen Fähren, welche die unzähligen Inselchen miteinander verbinden und nun weiß Gott keine Rücksicht auf irgendwelche dem Fahrwasser folgenden Boote nehmen. Um halb vier Nachmittags habe ich dann die Leinen gfest. Rosala liegt in einer kleinen, bewaldeten Bucht und hält sofort das, was der Hafenführer mit ein paar Bildchen angekündigt hat. Gemütlich, finnisch, ja fast kandisch mutet es hier an. An den Stegen liegen gerade mal zwei andere Boote. Also massig Platz zum längsseits anlegen. Gerade habe ich meine Strippen fest da kommt eine finnische Familie den Steg entlang und hält zielstrebig auf mich zu. Der Papa sieht aus wie ein Wikinger, lacht freundlich und spricht mich gleich ganz aufgeregt und interessiert an. Er würde mein Boot aus dem Internet kennen und könnte es gerade gar nicht glauben mich hier zu treffen. Einmal mehr bin ich platt wie ne Flunder wie weit die Reichweite meiner Filmchen in der Zwischenzeit geworden ist. Der Finne heißt jedenfalls Janni und ist ein echt netter Kerl. Er ist zusammen mit Frau und Tochter im Jahresurlaub und was liegt da näher, als den finnischen Archipelago mit seinen zigtausend Inseln unsicher zu machen. Wir trinken ein Bier auf seiner 37er Bennetau, schwatzen über dies und das, bevor es für mich ein erstes mal kurz an Land geht. Im Sommer scheint auch hier mächtig was los zu sein, denn an Land finden sich gleich mehrere Einrichtungen die darauf schließen lassen. Ein kleiner Boots-Shop, ne Tanke, Kiosk und Cafe, Sauna und sogar ein kleiner Tante-Emma-Laden sind vorhanden. Der Laden hat geöffnet und so trete ich gleich ein und kaufe ein paar Kleinigkeiten. Die bucklige Laden-Chefin ist freundlich, spricht aber kein Gramm Englisch, was den kurzen Talk etwas erschwert. Nach einer Dusche und einem gemütlichen Abend geht’s dann ab in die Heia.

Der nächste Morgen ist mucksmäuschenstill. Die Bucht liegt ganz still um mich herum. Ein paar Mücken schwirren herum und es bläst kein Lüftchen. „Ich glaube ich bleibe heute noch hier“, überlege ich. Spätestens morgen muss ich in Hanko sein, wo Viktor am Abend mit dem Zug eintreffen soll. Und genauso mache ich es dann auch. Ich zahle eine weitere Nacht im Mini-Laden (20 Euronen), fülle Diesel und Wasser auf und sorge für etwas Ordnung an Bord. Immerhin will ich morgen keine komplette Rumpelkammer vorweisen, wenn Viktor n Bord kommt. Nachmittags unternehme ich dann eine kurze Wanderung in das nahegelegenen Dorf Rosala. Etwa 3 km geht es durch dichten Wald, vorbei an vielen kleinen Wochenendhäuschen bis ich den Ort erreiche. Der Grund für meinen Besuch ist das hier beheimatete „Viking Centre“, ein Freilicht-Museum über die mittelalterlichen Haudegen, welche unter anderem auch hier früher ihr Unwesen getrieben haben sollen. Ein Dreiviertelstündchen bin ich unterwegs, muss trotz des übersichtlichen Orts sogar einmal nach dem Weg fragen und erreiche schließlich die liebevoll und offenbar in privater Eigeninitiative gestaltete Ausstellung. Auf einem großen Gelände gibt es ein kleines Besucherzentrum mit Filmvorführung und originalgetreu nachgebauten Häusern, Schuppen, einer Kirche, Waffenarsenal und sogar zwei Wikingerschiffe. Auf dem ganzen Gelände laufen außerdem entsprechend gekleidete Wikinger und „Wikingerinnen“ herum. Janni und Family sind auch am Start. Ansonsten ist nicht viel los, was für urige Stimmung sorgt und ein eigentümliches Mittelalter-Feeling aufkommen lässt. Schön hier. Zurück im Gasthafen sehe ich dann hinter mir eine neues Motorboot am Steg. Am Heck ein deutsche Flagge und an Bord ein deutsches Rentner-Ehepaar auf mehrmonatiger Fahrt durch die Ostsee. Auch hier folgt der übliche Schnack, gefolgt von einer Diskussion über die Vorzüge und Nachteile einer Kurzwellenfunkanlage, mit der der Eigner sogar Gespräche bis nach Japan führen und verfolgen kann.

Es wird Zeit für Hanko. Gute 20 Meilen beträgt die Distanz, die aufgrund des erneut schwächelnden Winds heute nochmal unter Maschine zurücklegt wird. Wieder folge ich dem Fahrwasser, welches ich mir wegen des Wochenendes mit vielen anderen Wassersportlern teile. Eins fällt dabei mal wieder auf. In Finnland braucht man keinerlei Bootsführerschein oder sonstige Qualifizierung zum Führen eines Bootes. Diese Info habe ich aus dem Revierhandbuch. Außerdem steht dort zu lesen, dass man sich deshalb auf mitunter unkonventionelles Fahren, insbesondere sehr schnelle Boote und nicht immer regelgerechtenn Manövern einstellen soll. Und genau so isses auch. Der Finne kennt offenbar nur zwei Gashebel-Stellungen .. voll oder eben leer. Dazwischen gibts nix. Im Fahrwasser hämmern alle 10 Minuten irgendwelche PS-Monster mit bis zum Anschlag aufgerissenen Vergaserklappen an mir vorbei.Vorzugsweise in ungefaähr 3 Meter Abstand, was snicht nur einen Höllenlärm macht, sondern auch für Schwell sorgt der mich immer wieder aufs Neue durchschüttelt. Außerdem halten die Boote oft bis zum letzten Moment genau auf einen zu. Da muss man echt geschmeidig bleiben und darauf hoffen, dass einen der Fahrer sieht und rechtzeitig ausweicht. Mit meinen gut 4 Knoten Jockelfahrt kann ich da eh nicht viel ausweichen.

Kurz vor der Ankunft in Hanko geht es noch durch eine enge Zufahrt mit Revierwachturm und x Kardinalstonnen die vor den vielen Felsen und Untiefen warnen. Im großen Hafen mache ich dann wenig später fest. Nach längerer Zeit mal wieder mit der guten alten Heckboje, was aber gut und problemlos klappt. Der Hafen its im Gegensatz zu den vorherigen Stationen gut besucht. Im Laufe des Nachmittags trudeln immer mehr Boote und Yachten ein, die den Steg zu nahezu zwei Dritteln auslasten. Bei der Hafenmeisterin buche ich zunächst eine Nacht für 28 Öcken und erhalte einen WIFI-Code der ausnahmsweise aber mal nicht funktioniert. Außerdem schmeisse ich eine Maschine Wäsche an und genehmige mir eine Dusche. Dann beginnt das Warten auf Viktor. Um halb acht soll er kommen und deshalb wundere ich mich, als ich um kurz vor halb sieben eine SMS von ihm bekomme, dass er gleich da sei. Der Grund dafür ist aber schnell gefunden. Ich Vollhirsch habe es nämlich bislang nicht geschnallt, dass in Finnland keine MESZ gilt, sondern die Uhren eine weitere Stunde vorgestellt werden müssen. Das ganze nennt sich dann OESZ (Osteuropäische Sommerzeit). Und ich Doofmann hatte mich auf Utö schon mal über die unzuverlässigen Öffnungszeiten des Kaufmannsladen gewundert :-). Jedenfalls ist Viktor da und nach kurzem Marsch durch das nicht besonders ansehnliche Hanko gibt es ein großes Hallo. Zurück durch die grauen und etwas tristen Straßen des etwa 9000 Einwohner zählenden Städtchens gehts zur Marina. Die betonnierten Bürgersteige sind ganz schön marode und sogar Viktor meint, dass ihn der ein oder andere Straßenzug an seine Kindheit in Sibirien erinnere. Der Hafen hingegen ist eine fast schon pulsierende Zentrale des Städtchens. Überall ist viel los, es gibt eine gute Handvoll Restaurants und Cafes und die Dorfjugend knattert mit Mopeds und aufgemotzten Autos durch die Pampa. Den Abend beschließen wir mit einer Pizza und einem 7,50 Euro Bier beim Finnen-Italiner.

Den nächsten Tag verbringen wir noch komplett in Hanko und versorgen uns mit dem Nötigsten im Supermarkt. Ansonsten gammeln wir ein wenig, gehen auf die nahegelegene Aussichtplattform und kochen abends lecker Nudeln. Zudem wundere ich mich kurz, als ich für die weitere Nacht plötzlich 5 Euro weniger bezahlen muß als am Vortag und der nun völlig andere WIFI-Code jetzt auch funzt. Für den kommenden Tag ist eine stabile Windlage aus zunächst Südwest und später genau West gemeldet. Die Brise soll dabei von zunächst 15-20 auf später über 30 Knoten zunehmen. Also eigentlich genau meine Verhältnisse, die eine schnelle Fahrt und einen guten Kurz versprechen. Von daher haben wir uns auch dazu entschlossen Helskini links liegen zu lassen und in einem langen Schlag bis nach Haapasaari durchzurauschen. Die kleine Insel ist der letzte finnsiche Außenposten vor der russischen Grenze und zugleich er Ort zum ausklarieren. Dazu bald mehr … Ahoi !

Russland

16. Juni 2017 Besan 1

Wir haben’s geschafft. St. Petersburg ist erreicht. Die Einreise war ok, wenn auch ungewohnt aufwändig. Gerade ist viel los und seit heute bin ich auch erst wieder online. Der nächste Blog und Bilder folgen also bald. Von daher noch etwas Geduld. Ich geb wie immer alles. Ahoi !

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Haapasaari

13. Juni 2017 Besan 7

Einen echten Power-Schlag haben wir da gestern hingelegt. Gleich morgens um drei lokaler Zeit ging es mit dem aufkommenden Südwest aus Hanko los. Unser Ziel: Haapasaari in etwa 140 Seemeilen Entfernung. Der letzte Außenposten Finnlands unmittelbar an der russischen Grenze. Die Fahrt war lang und kalt. Hinzu kam eine fast elfstündige Dauerdusche und schlechte Sicht. Wirklich alles war und ist nass. Auf den letzten Meilen dann über 30 Knoten Wind von achtern und bemerkenswert hohe Wellen für die Ostsee. Am frühen morgen müssen wir dann noch duzende Fischernetze und Reusen umkurven bevor wir um 4 Uhr endlich die Leinen fest hatten. Die Insel ist mal wieder der Hammer. Dazu später mehr. Bei den Grenzern waren wir eben auch schon. Allerdings müssen wir morgen unmittelbar vor unserer Abfahrt nach Kronstadt ausklarieren. Dass russische Abenteuer beginnt also. Ahoi.

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Finnland Baby !

11. Juni 2017 Besan 1

Der Abend und die Nacht im schwedischen Sandhamn sind kurz. Außerdem ist es echt frisch. In der Koje wickele ich mich dick in meine Decke ein, bis es morgens um halb fünf aus den Federn geht. Draußen regnet es und der graue Himmel taucht die urige Umgebung in ein milchig gespenstisches Licht. Es ist nämlich schon richtig hell. So wirklich gemütlich ist es dennoch nicht und Lust auf den langen Schlag zu den finnischen Aland-Inseln macht das Wetter auch nicht gerade. Aber es hilft ja nix. Ich muss weiter Richtung Helsinki wo ich am 10. Juni mit Viktor verabredet bin und der Wind sollte heute für die etwa 75 Meilen auch gut passen. Um 6.25 Uhr werfe ich die Leinen los. Vor der Hafenzufahrt kreuzt noch eine große Fähre meinen Weg, dann bin ich wieder allein. Unter Maschine geht es anschließend hinaus aufs freie Wasser, wo ich eine halbe Stunde später die Segel setze und den Motor in den vorübergehenden Ruhestand schicke. Es bläst mit den gemeldeten 4 bis 5 Windstärken aus Süd. Das bringt uns bei einem Kurs von ca. 55 Grad und halbem Wind auf gute 5 Knoten Fahrt. Im weiteren Tagesverlauf soll der Wind weiter zunehmen und auf Südwest drehen. Soll heißen, ich werde später wohl irgendwann das Groß wieder bergen und dann bei den prognostizierten 20 bis 25 Knoten achterlichen Wind wieder nur unter Genua nach Körka fahren. Dort gibt es im Süden der Insel den kleinen Gasthafen von Karlby in den ich möchte. Die Zufahrt soll laut Revierhandbuch zwar sehr flach, dafür aber gut betonnt und bei Tageslicht relativ problemlos zu befahren sein. Ich bin gespannt.

Es läuft jetzt gut. Carpe pflügt durch die See, unter mir gurgelt das Wasser am Rumpf und im Laufe des Vormittags werden auch die Temperaturen wieder etwas erträglicher. Gegen 13 Uhr bemerke ich dann jedoch, wie der Wind spürbar nachlässt. „Äh .. Moment mal …“, denke ich. Der sollte doch eigentlich zunehmen. Doch leider ist dem nicht so. Nur der angesagte Winddreher auf Südwest kommt wie versprochen und ich segle wie vorher überlegt fortan erst mal nur mit der vollen Genua weiter. Das geht anfangs dann doch noch besser als befürchtet. Um halb drei ist es dann aber mehr oder weniger vorbei mit dem Wind. Gerade mal 2 Beaufort wedeln noch etwas Luft von achtern in die Genua. Unser Durchschnittsspeed beträgt nur noch etwas um die 3 Knoten. Bei der noch ausstehenden Reststrecke von sicher 25 Seemeilen, würde das eine Ankunft am sehr späten Abend und damit im nahezu Dunkeln bedeuten. Denn auch wenn es hier wirklich lange hell ist, wird’s dann gegen Mitternacht doch noch etwas finsterer. Dann wird es schwer unbefeuerte Tonne zu erkennen, geschweige denn deren Farbe sicher zu beurteilen. Die auf den Alands meist nur dünnen Spieren die den Fahrweg rechts und links abgrenzen, haben nämlich in der Regel keine Topzeichen oder sonstige Unterscheidungsmerkmale, außer eben der Farbe. „Datt is mir zu unsicher …“; entscheide ich wenig später und schalte zur Unterstützung der Genua den Diesel an. So kommen wir immerhin auf knappe 5 Knoten und einer Ankunft bei halbwegs guten Sichtverhältnissen sollte damit nix mehr im Wege stehen.

Am Ende dauert es bis kurz vor 10 Uhr abends, bis ich den kleinen Hafen von Karlby erreicht habe. Die Infos über die Zufahrt haben nicht untertrieben. Bis zum Beginn der Tonnen bzw. Spieren muss man sich genau an die installierten Richtmarken halten. Diese bestehen hier aus großen signalfarbenen Schildern die – analog zu einem Richtfeuer – an Land stehen und deren Peilung übereinander stehen muss. Als die ersten Spieren in Sicht kommen, wird es dann wirklich eng und der Tiefenmesser zeigt teilweise nur noch 50 cm Wasser unterm Kiel an. Das macht mich zwar noch nicht so richtig nervös, ich weiß aber auch, dass hier schnell mal ein einzelner Stein rumliegen kann und der verbliebene halbe Meter dann von jetzt auf gleich verschwunden ist. Langsam und hochkonzentriert fahre ich also durch das Fahrwasser bis nach einer letzten Biegung endlich ein paar Häuser auftauchen: Karlby ist erreicht. Die letzten Spieren stehen hier übrigens an anderen als auf der Karte verzeichneten Stellen. Scheinbar hat sich hier unlängst was geändert. Noch einmal taste ich mich langsam um die roten und grünen Stangen herum bis ich endlich längsseits an einem Holzsteg liege. Außer mir ist hier absolut kein Mensch, geschweige denn ein anderes Boot zu sehen. Auch das kleine Hotel ist fest verrammelt und keine Socke zu sehen. Mir solls wurscht sein. Ich bin froh endlich da zu sein, stöpsele den Landstrom ein und mache es mir für eine schnelles Essen und ein Folge NARCOS unter Deck gemütlich. Ich bin in Finnland !

Als ich am nächsten Morgen durch mein Kojenfenster schaue, strahlt die Sonne bereits von einem tiefblauen Himmel herab. Sehr schön. Ich koche mir nen Kaffee und klettere ins Cockpit. Die Umgebung ist echt ein Traum und einmal mehr fühle ich mich im Astrid-Lindgren-Land. In ein paar hundert Metern Entfernung höre ich eine Motorsäge und eine kleines Arbeitsschiff baggert irgendwo im Fahrwasser herum. Ich bin also dich nicht ganz alleine hier. Im Hotel oder der kleinen Hafenmeister-Baracke finde ich aber auch heute Morgen niemanden. Also spare ich mir das Liegegeld. Nach dem Frühstück drehe ich noch eine kurze Runde. Lasse kurz die Drohne fliegen, um diesen zauberhaften Ort auch von oben zu bannen und mache mich wenig später auf den Weg nach Utö.

Die Insel Utö kenne ich insbesondere aus Bastian Haucks sehr schönem Segelfilm „Raus ins Blaue“. Auch wenn nur wenige Szenen dort spielen, möchte ich das ehemalige militärische Sperrgebiet mit seinen gerade mal 50 Einwohnern nun auch unbedingt selbst besuchen und erkunden. Wind ist heute leider nur sehr wenig da und so geht’s zunächst unter Maschine wieder auf dem engen Fahrwasser hinaus. Dabei versuche ich mich genau an die Route zu halten, die ich am Vorabend genutzt hatte. Nur ein einziges mal gerate ich wohl etwas zu nah an den Tonnenstrich und plötzlich beginnt der Alarm meines Echolots zu piepen. Mir gefriert sogleich das Blut in den Adern. Sofort kuppele ich die Maschine aus, checke nochmal meine Position im Fahrwasser und stoppe zur Sicherheit auf. Gerade als Carpe steht, schrappe ich kurz mit dem Kiel über den Grund. Mist … !! Noch einmal vergewissere ich mich, dass ich noch im Fahrwasser bin. Das bin ich, wenn – wie gesagt – auch ziemlich am Rand. Ich setze also ein paar Meter zurück und schaue unter Deck schnell den Track meiner gestrigen Einfahrt an. In der Tat bin ich nur ungefähr zwei Meter von meiner gestrigen Kurslinie abgewichen und zack, Grundberührung. Aber kein Grund zur Sorge. Carpe ist wenn überhaupt nur mit nem halben Knoten auf den Hubbel getrieben. Das steckt mein Bötchen ganz locker weg. Mit etwas mehr Abstand zum Fahrwasserrand klappt die Passage dann auch problemlos und ich habe hier plötzlich wieder anderthalb Meter Wasser unterm Kiel. Puh ….

Der Weg nach Utö ist wunderbar. Zwischen den kargen finnischen Schären geht es für etwa 20 Meilen Richtung Südost. Wenn der Wind das Segeln erlaubt, setze ich immer wieder die Tücher und schalte den Diesel aus. Ein wirklich schöner und auch mal wieder überschaubarer Segeltag. Nach guten 3 Stunden Fahrt kommt dann am Horizont der Leuchtturm von Utö sowie zwei mächtige rotierende Radarantennen in Sicht. Scheinbar gibt es hier auch heute noch etwas Militär. Der Leuchtturm ist übrigens das älteste Leuchtfeuer Finnlands und wurde irgendwann im 18. Jahrhundert angezündet. Auch vor Utö gibt es ein enges Fahrwasser für die Ansteuerung der Bucht mit ihren Anlegemöglichkeiten. Entweder kann man direkt an die hölzerne Pier gleich beim Dorf gehen oder an einem etwas weiter draußen gelegen Schwimmponton festmachen. Da dort im Gegensatz zu der Dorfpier Strom und Wasser vorhanden sein soll, entscheide ich mich zunächst für den etwas außerhalb gelegenen Ponton und mache die Leinen fest. Ein erster kurzer Spaziergang führt mich anschließend in den Ort, zum Leuchtturm und dem zentralen Info-Punkt der Insel, dem Kaufmannsladen. Hier treffe ich unter anderem auf die nette Laden-Besitzerin und einen finnischen Segler. Der bestätigt mir auf meine Nachfrage, dass es an der Dorfpier sehr wohl Strom gebe und das man hier sowieso viel besser liegen würde. „OK …“, denke ich, kaufe ein paar Kleinigkeiten im Mini-Laden und verhole Carpe anschließend zu dem etwas zentraleren Anleger. Kurz zuvor hatte ich beobachte wie die finnische Küstenwache ein sehr kleines Segelboot in die Bucht geschleppt hatte, welches nun unmittelbar vor mir an der Pier liegt. An Bord eben die drei estnische Jungs mit Motor- und auch anderen Problemen von denen ich schon kurz in einem früheren Blog berichtet hatte. Der Platz beim Dorf ist tatsächlich besser. Spätestens als gegen Abend noch zwei, drei weitere Boote eintrudeln und ich abends von Antti, dem Finnen-Segler aus dem Kaufmannsladen zu selbst gemachten Pfannekuchen auf seine mächtige Stahlyacht eingeladen werde. Auch die Esten kommen dazu und freuen sich über die Verpflegung nach einem durchwachsenen Tag.

Wegen des gemeldeten Starkwinds bleibe ich für zwei Tage auf der wirklich wundervollen kleinen Insel Utö. Ich unternehme ausgedehnte Spaziergänge an alle Ende der Insel, besuche die kleine Dorfkirche, entdecke riesige Atellerie-Geschütze aus Zeiten des kalten Kriegs und besuche das einzige Hotel de Insel. Dieses ist in den ehemaligen Militärbaracken untergebracht die – aus grauem Beton gefertigt – auf einer Landzunge stehen. Hier gibt es das einzige Restaurant der Insel, was ich mir nicht entgehen lassen will. Nachdem ich mir nen Platz gesucht habe bekomme ich die Karte und den Hinweis, dass es leider nur Fisch geben würde. Und zwar nur einen. „Warum soll ich dann die Karte studieren?“, frage ich sinngemäß. Woraufhin die Bedienung anfängt zu lachen und die Karte wieder mitnimmt. Das Essen ist jedenfalls echt gut und der Besuch wie eine kleine Zeitreise in die Siebziger. Der gemeldete Starkwind ist mittlerweile auch durchgezogen und wurde von prasselndem Regen abgelöst. Zurück an Bord mache ich es mir gemütlich und schaue noch einmal auf die Seekarten. Morgen geht es weiter Richtung Osten. Mal schauen, wo ich am Ende lande ….

Warten auf Viktor

10. Juni 2017 Besan 0

So, ich bin in Hanko angekommen und habe gleich mal eine Runde große Wäsche gemacht. Jetzt warte ich auf Viktor, der um sieben mit dem Zug kommt. Und übrigens … das Internet klappt hier gerade nicht … tzzzz. Ahoi.

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Video-Botschaft für Philipp Kahmann

9. Juni 2017 Besan 0

Und hier die zweite Video-Botschaft als Dankeschön für die Unterstützung beim „UM DEN TIGER“ Crowdfunding. Lieber Philipp Kahmann auch an Dich vielen Dank für deine Unterstützung und alles Gute aus Rosala/Finnland. Extra für dich also hier ein paar bewegte Bilder von meinem bisherigen Weg Richtung Finnland. Ahoi !



Rosala/Nötholm

8. Juni 2017 Besan 2

Leinen fest in Rosala/Nötholm nach gut 35 Meilen durch die Turku-Schären. Geiler Tag mit nur leichten Winden. Morgen geht’s nach Hanko, wo ich Samstag Viktor einsammele. Bis Helsinki schaff ich’s bis zum 10. nicht unter segeln, da kaum Wind die kommenden Tage. All good & Ahoi.

Von meinem iPhone gesendet

Adjö Sverige und Hei Suomi !

7. Juni 2017 Besan 2

Es schaukelt und ruckt in den Leinen. Carpe liegt mit etwas Schräglage an der hölzernen Pier von Utö (FIN), während es draußen immer mehr bläst. Der Höhepunkt des Starkwindtiefs sollte aber bald erreicht sein und dann von ordentlichem Regen und abnehmenden Winden abgelöst werden. Die schwarze Wolkenfront ist bereits deutlich zu sehen und zieht gerade über Finnlands ältesten Leuchtturm auf mich zu. Nur gut, dass ich in Erwartung des anstehenden Winds längsseits und vor allem in Lee des Stegs angelegt habe. Hier liege ich im Vergleich zu den übrigen Booten im Hafen sehr komfortabel. Auf der Luv-Seite der Pier slippen die Heckanker und die Yachten müssen bei viel Wind und ungemütlichen Verhältnissen abgesichert oder ebenfalls längsseits verholt werden. Unmittelbar vor mir liegt außerdem ein sehr kleines Segelboot, welches gestern von der finnischen Seenotrettung gebracht wurde. Die drei estnischen Jungs hatten das Boot vor einigen Tagen in Schweden günstig erstanden und sich auf den Weg Richtung Heimat gemacht. 10 Meilen vor der Küste Utö`s fiel dann der Außenborder aus und die drei Segelneulinge ließen sich hier hin schleppen. Nachdem ich Ihnen gestern mit etwas Werkzeug ausgeholfen habe, läuft der Motor nun wieder und sie wollen vielleicht noch heute Nacht weiter fahren. Auch mein gutes Zureden hat da nix gebracht. Sie wollen einfach los und das, obwohl sie allesamt unerfahren und ganz schön durchgeschüttelt sind. Einer der drei geht hier sogar von Bord und fährt mit der Fähre weiter Richtung Turku. Er war wohl auf der Passage von Schweden hierher so seekrank, dass ihm die Lust auf weitere Segelabenteuer vergangen ist. Kann ich verstehen …

Ich bin also in Finnland angekommen. Ein neues Land sowohl für den Törn als auch für mich persönlich. Denn hier war ich bislang noch nie gewesen. Die Finnen sind ein scheinbar nettes und gastfreundliches Volk. Überall wird man herzlich gegrüßt, es gibt keinerlei Kontakthemmnisse und überhaupt wirkt alles sehr geerdet und sympathisch. Die letzten Stationen in Schweden hießen derweil Nynäshamn und Sandhamn. Nach einem wunderbare Tag in Visby auf Gotland startete ich am vergangenen Samstag Richtung Norden. Vor mit lagen gute 80 Meilen bis in die Stockholmer Schären. Meinen ursprünglichen Plan, direkt in einem Rutsch zu den Aland-Inseln zu fahren mußte ich aufgrund der sich immer wieder ändernden Wetterlage aufgeben. Also los …

Um 4.20 Uhr (in Worten „zwanzig-nach-vier“) ging´s aus der Koje. Im Salon brummt bald darauf der Heizlüfter und mein anfangs kondensierende Atem wird wieder unsichtbar. Man merkt doch, dass ich hier immer mehr in nördliche Gefilde komme. Schon kurz nach dem ablegen kommt dann die gemeldete Brise aus Südwest auf. Mit Groß und Genua geht es gleich gut voran. Wirklich nennenswerten Schiffsverkehr gibt es hier oben im Vergleich zur übrigen Ostsee oder gar der Nordsee nicht. Im Grunde nur ein paar Fähren, die die Inseln und Städte miteinander verbinden sowie ein paar verstreute Segelyachten oder Motorboote. Das ist auch gut so. Denn so kann ich mich immer wieder unter Deck verziehen, in meine Decke mümmeln und in etwa 20-minütigen Etappen kurze Nickerchen machen. Die gute alte Atlantik-Eieruhr macht`s möglich. Wirkliche Erfrischung bringen die Schlafeinlagen aber noch nicht. Diesbezüglich muss ich mich erst wieder an das ganze Prozedere gewöhnen. Momentan habe ich sogar eher das Gefühl, daß mich die Kurzschläfchen noch mehr Banane machen als wenn ich einfach komplett wach bleiben würde. Trotzdem werde ich aber oft einfach zu müde und überhaupt verstreicht die Zeit mit „Penneinlagen“ doch etwas schneller. Die Sonne lässt sich heute den ganzen Tag nicht wirklich sehen. Eine dichte Wolkendecke macht den Tag dunkel und ungemütlich. Außerdem lässt der Wind im Laufe des späteren Nachmittags immer mehr nach. Da er zudem achterlich einfällt, wird die gefühlte Windstärke noch weniger. Um ungefähr 18 Uhr ist es dann vorbei mit Segelherrlichkeit. Die Segel flattern und schlagen im Rigg bzw. fallen bei unserer gierenden Fahrt immer wieder in sich zusammen. Also schalte ich den Motor an und nutze diesen für die letzten gut 2 Stunden als Unterstützung . Mein Ziel für heute war den ganzen Tag übrigens noch nicht ganz klar definiert. Zum einen hatte ich das schwedische Utö gedacht, welches laut Revierführer sehr schön aussah und einen gemütlichen Hafen anbot. Daneben hatte ich mir ein paar Ankerbuchen (Nattäro und Ranö) auf der Karte rausgesucht. Letztere war ein Tipp von den beiden „x-trip“ Seglern, die dort wohl auch gerade vor Anker lagen. Nach der durchgebibberten und durch später zudem noch einsetzenden Regen ungemütlichen Überfahrt, habe mich letztlich aber für den Hafen von Nynäshamn entschieden. Irgendwie stand mir nicht der Sinn ach einsamer Bucht und klappender Dieselheizung, sondern Steg, Landstrom für den Heizlüfter und vielleicht sogar etwas zu essen an Land. Und so kam es dann auch. Der große Hafen bot genug Platz zum längsseits anlegen, mit viel Glück fand ich eine Steckdose mit Strom (der wird hier nämlich eigentlich erst nach der Anmeldung beim Hafenmeister angestellt) und der nächste Fressladen mit einem sehr leckerem Grill-Burger war auch nicht weit. Abgerundet wurde der dann doch noch versöhnliche Abend durch ein schönes gezapftes Carlskrone, von dem ich bis heute nicht genau weiß was es mich gekostet hat :-). Am nächste Morgen konnte ich dann auch endlich mal beim Hafenmeister vorbeischauen. Als ich nämlich am Vorabend um halb neun die Leinen fest hatte, war der verständlicherweise schon im Feierabend. Der nette junge Mann hat mir dann sage und schreibe 36 Euro abgeknöpft. Auch mein Einwand, daß ich ja keinen Strom gehabt hätte (kleiner Schwindel) und zudem keinen Zugang zu den Duschen und Toiletten, änderte daran nix. Sonmist….

Um 10 Uhr hieß es dann erneut Leinen los mit Ziel Sandhamn. Ein weit draußen in den Schären gelegener Ort und damit ein idealer Absprunghafen für den später geplanten Schlag nach Finnland. Mehr als den Hafen und ein paar nahegelegene Wohnblocks habe ich von Nynäshamn also nicht gesehen. Das ist aber nicht so schlimm, es kommt da ja hoffentlich noch so viel auf mich zu. Der Wind ist heute schwach und wird in den Schären zusätzlich durch die vielen kleine Inselchen und Felsen abgeschirmt. Also geht es heute weite Teile der Strecke unter Maschine voran. Ist der Wind auf freien Flächen stark genug zum segeln, setze ich aber immer wieder die Tücher um anschließend ohne das nervige Dieselknattern durch diese wahrlich traumhafte Landschaft zu schippern. Mir wurde vorher berichtet, dass die Stockholmer Schären nicht sooo toll seien wie die etwas südlicher gelegenen. Nun, dass kann ich so nicht bestätigen. Im Gegenteil, ich finde es hier ganz besonders beeindruckend und schön. Aber so gehen die Meinungen und Geschmäcker eben auseinander. Vorbei an großen, kleinen, kargen, dann wieder bewaldeten und oft mit kleinen Ferienhäuschen bestückten Inseln, geht es so Richtung Sandhamn. Ein wirklich schöner Tag auf dem Wasser, den ich mit vielen anderen – meist einheimischen – Seglern teile. Immerhin ist ja heute Sonntag und so nutzen viele Schweden das heute wieder sonnige Wetter für einen Ausflug auf s Wasser. Gegen Abend kühlt es dann wieder spürbar ab und ich bin froh, als ich um halb sieben und nach etwa 35 Seemeilen den schönen Hafen von Sandhamn erreiche. Am Steg steht bereits eine junge Dame die mich heranwinkt und die hier zum anlegen notwendige Mooringleinen bereit hält. Also vorwärts anlegen mit Mooringleine. Wieder eine neue Variante, die ich so bislang noch nicht wirklich kenne. Aus dem Mittelmeer kenne ich das mit den Mooringleinen ja bereits. Hier wird allerdings in der Regel rückwärts angelegt, was im Bezug auf die Kontrolle des Boots meiner Meinung nach einfacher ist. Mit übergebrachter Achterleine kann man so nämlich in diese Leine eindampfen und das Schiff so mit Maschine und Ruderlage kontrollieren bis die Mooringleine am Bug fest ist. Aber vorwärts ? Egal .. ich mache es einfach und siehe da .. es klappt besser als gedacht. Ohne helfende Hand am Steg wird das aber zweifellos deutlich schwieriger und fummelig.

Das wenige was ich anschließend von Sandhamn sehe ist wirklich nett. Ein kleiner Ort mit geschotterten Wegen und Sträßchen. Am Hafen ein altes hölzernes Hotelgebäude des „Königlichen schwedischen Segelclubs“, daß mich irgendwie an das Overlook-Hotel aus „Shining“ erinnert und eine wirklich nette und hilfsbereite Hafencrew. In der kleinen Dorfkneipe gibt’s dann wenig später noch ein verdientes Anlegerbier und sehr leckeren Fisch für gerade mal 9 Euro. Da kann man nicht meckern. Der Rest ist Schlaf, denn morgen will ich nach Finnland aufbrechen …

Bald mehr … Ahoi !
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Körka und Utö

6. Juni 2017 Besan 0

Mein lieber Scholly was ist datt hier schön. Ich fühle mich wie auf einem anderen Planeten. So anders, wundervoll und mitunter bizarr ist es hier. Ich komme gerade von einem kurzen Insel-Rundgang und einem Besuch im Kaufmannsladen auf Utö zurück. Danach habe ich Carpe nochmal umgeparkt. Schon gestern bin ich nach 16 Stunden Fahrt auf den Alands gelandet und habe die erste Nacht in Karlby auf Körka verbracht. Auch dort war es unglaublich schön. Jetzt schmeiße ich gleich den Herd an und warte auf das gemeldete Sturmtief. Internet gibbet leider nicht. Also nochmal kurz via Handy. Später mehr … Ahoi!

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