Trauer

31. Juli 2017 Besan 24

Leider mussten wir am Samstag für immer Abschied von unserem geliebten Papa nehmen. Ich bin sehr dankbar, dass ich es rechtzeitig nach Hause geschafft habe und wir so bis zuletzt bei ihm sein konnten. Dem Wunsch meines Papas entsprechend, werden wir versuchen Schmerz und Trauer schnell zu überwinden und ins Leben zurückzukehren. Danke auch für die vielen lieben Nachrichten und die große Anteilnahme.

Stand der Dinge

26. Juli 2017 Besan 6

Nach einer zweitägigen Odyssee mit insgesamt 3 Flügen, einer Zugfahrt sowie weiteren 9 Stunden mit dem Auto, bin zurück in Koblenz. Carpe Diem liegt derweil hoffentlich wohlbehalten im kleinen Hafen von Kirkenes, wo ich nicht nur sehr freundlich empfangen wurde, sondern auch bis auf weiteres liegen kann und Hafenmeister Freddy sowie Stegnachbar Magnär nach dem Rechten schauen werden. Ungeachtet dessen ist klar, dass Carpe dort nicht unbegrenzt bleiben kann, denn Hafen und Fjord werden ab November/Dezember bei Temperaturen bis zu minus 20 Grad Celsius zufrieren und die Steganlagen aus dem Wasser entfernt. Ein Landlager ist aufgrund der fehlenden Einrichtungen auch nur schwer bzw. gar nicht zu realisieren. Soweit zu den „Boots-Fakten“.

Meinem Vater geht es leider sehr sehr schlecht und eine Besserung ist nicht mehr zu erwarten. Noch vor wenigen Wochen lebte er – zwar angeschlagen – aber dennoch selbständig, und die seit Jahren bekannte Erkrankung schien relativ gut im Griff. Binnen kurzer Zeit hat sich das nun massiv verschlechtert und wir müssen mit dem Schlimmsten rechnen. Das macht mich unendlich traurig und ich stehe gerade ganz schön ratlos da. Mir bleibt also nur, ihm so gut es geht zur Seite zu stehen, dass Notwendige zu organisieren und den weiteren Verlauf abzuwarten. An dieser Stelle meinen großen und aufrichtigen Dank an das Team des DRK Krankenhauses, aber insbesondere meinen Bruder und meine Schwester, die während meiner Abwesenheit viel geleistet haben. Auch bedanke ich mich noch einmal für die vielen guten Wünsche und Nachrichten, die mich in den letzten Tagen erreicht haben.

Wenn es die Zeit erlaubt, werde ich in den kommenden Tagen immer wieder mal von den zurückliegenden Törn-Ereignissen berichten. Nicht aus falschem Pflichtgefühl, sondern weil es für mich eine willkommene Ablenkung ist und mir hilft, das Chaos im Kopf zu sortieren. Viele Grüße auch von Viktor, der seit gestern wieder arbeiten geht und versucht im Alltag anzukommen. Und lieber Viktor, auch an dieser Stelle noch einmal vielen vielen Dank für deine große Hilfe und dein Organisationstalent bei der Realisierung unserer abenteuerlichen Fahrt durch Russland. Ohne dich hätte ich das nicht geschafft. Ahoi .

Kirkenes

22. Juli 2017 Besan 8

Ahoi und Takk aus Kirkenes/Norwegen. Auf die Minute 120 Stunden bzw. Genau 5 Tage waren wir unterwegs und haben dabei knapp 600 Seemeilen seit Archangelsk zurückgelegt. Der Schlag war nicht ohne. Erst Flaute dann viel Wind und Kälte in der Barentsee. Vor Murmansk dann viele Speergebiete aus denen wir vertrieben werden, dann später aber doch durchsegeln. Ansonsten wãren wir noch immer unterwegs. Auch hier viel Wind, ungewöhnlich steile und kurze Wellen. An der Grenze nochmal ein Besuch an Bord. Um 23.40 Uhr sind dann die Leinen fest. Zu Hause verschärft sich die Situation leider weiter. Von daher werde ich am Montag bis auf weiteres nach Deutschland fliegen. Auch Viktor reist nach Hause. Carpe hat solange einen Platz im kleinen Hafen gefunden. Ich bitte unn euer Verständnis, dass ich mich erst später ausführlicher melden werde. Vielen Dank auch für die vielen guten Wünsche die uns erreicht habeN und auf bald.

Murmansk

20. Juli 2017 Besan 1

Vierter Seetag seit Archangelsk. Heute Nacht sehr kalt und viel Wind. Passieren heute Murmansk. Ankunft Kirkenes wohl morgen. All good & Ahoi.

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Barentsee

19. Juli 2017 Besan 1

Flaute. Warten auf Wind. All good. Ahoi.

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Murphy`s Law

16. Juli 2017 Besan 3

Wer sich heute vielleicht gewundert hat, warum unser Tracker zunächst den Aufbruch, dann aber unsere Rückkehr nach Archangelsk zeigt. Hier die Aufklärung:



Morgen nächster Versuch …

Raus hier

15. Juli 2017 Besan 10

So Leute. Wir werden morgen früh auslaufen und den aufkommenden Ostwind nutzen um so schnell wie möglich nach Norwegen zu kommen. Das wird sicher 4 Tage brauchen und wir werden uns wohl deshalb nicht melden können. Unsere schnelle Abreise hat mehrere Gründe. Wir sitzen heute bereits wieder seit Stunden wegen nichts in irgendwelchen Behörden. Morgen früh wird außerdem Carpe zum x-ten mal geprüft. Den Rest des Tages haben wir Wasser und Diesel sowie eine neue Batterie zum Boot geschleppt und Wäsche gewaschen. Was aber noch viel schlimmer ist, ist das es meinem Vater sehr schlecht geht und ich deshalb wohl bald nach Hause reisen muss. Das Boot kann und will ich nicht in diesem Chaos zurücklassen. Von den anfallenden bürokratischen Hürden mal ganz abgesehen. Ich habe gerade genug von Russland. Das betrifft ausdrücklich nicht die vielen lieben und hilfsbereiten Menschen, aber ich bin es gerade leid Tag für Tag nur damit zuzubringen überflüssige Probleme zu lösen und abzuarbeiten. Von der Sorge um meinen Vater mal ganz abgesehen. Drückt uns die Daumen. Ahoi.

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Archangelsk

14. Juli 2017 Besan 1

Nach fast genau 40 Stunden sind wir gerade in Archangelsk eingelaufen. Der Anleger war dank „fachmännischer“ Hilfe vom Steg (Mooringleine) wieder nix für schwache Nerven. Der Hafen ist ganz ok soweit ich das auf die schnelle sehen konnte. Dafür ist heute die Motorbatterie kaputt gegangen. Aber Ersatz sollte hier „kein Problem“ sein. Ich freu mich dann langsam doch auf Norwegen :-). All good & Ahoi.

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Solowetski Inseln

12. Juli 2017 Besan 2

Wir sind wieder im Salzwasser. Heute morgen haben wir die letzte von 19 Schleusen des Belomorkanals hinter uns gebracht und sind anschließend gute 40 Seemeilen zu den Solowetski Inseln gesegelt. Bei 5 bis 6 Beaufort und 7 Knoten Fahrt war das haute echt ein Spaß. Auf der Insel angekommen wurde es dann aber doch wieder kopmliziert. Der von unserem Kontaktmann angebene Anleger ist für Sportboote überhaupt nicht zugelassen. Dementsprechend wurden wir bei unserem Anlegeversuch in 25-30 Knoten Böen von einem Helmträger verjagt. Klasse. Also ging es meterweise in die enge und an den Rändern sehr flache Bucht. Auch hier Böen ohne Ende, die das manövrieren erschwert haben. Dann sehwn wir einen weiteren Anlwger der sich wohl gerade im Bau befindet. Mit Schwung und Schmackes legen wir dort an und vertäuen unsere Leinen. 5 Minuten später steht der eben noch hilfsbereite Wachmann dann vor uns und sagt: „Hier könnt ihr nicht bleiben.“. Ich glaube es mal wieder nicht. Die folgenden zwei Stunden (!) bringen wir damit zu, die Situation mit an die 10 Leute zu besprechen und einen Ersatzplatz zu suchen. Jeder erzählt was anderes und weiss am Ende auch nicht weiter. Wir fragen an einer alten Barkasse, ob wir längsseits kommen könne. „Kein Problem“, heisst wie schon fast üblich. Meine Frage nach der Tiefe wird ebenso beantwortet. Das Messen mit Peilstab bringt allerdings nur knappe zwei Meter und offennbar große Steine zu Tage. Das mache ich nicht. Nächster Versuch bei einem Motorboot vor uns. Der nimmt uns auch gerne will aber morgen ganz früh los, wenn sich das „Wetter beruhigt“. Ich sage ihm, dass das Wetter morgen eher noch kräftiger anstatt ruhiger wird. Wieder blicke ich in fragende Gesichter. 10 Minten später verlässt das Motorboot dann angesichts der „neuen“ Wetterinfos fluchtartig den Steg. Unser Glück. Denn damit haben wir einen Platz an dem wir bleiben können. Wie gesagt, dass ganze hat mal eben zwei Stunden gedauert und so fiel der Rundgang duch die Klosteranlage eher kurz aus. Das Gelände wirkt von außen wirklich sehr imposant. Innen ist allerdings leider viel Bruch und Schrott wie an so vielen anderen Orten auch schon. Irgendwie habe ich gerade ein bißchen die Nase voll von diesen andauerenden Unwägbarkeiten, Komplikationen, Bürokratie, Chaos und Verfall sowie immer neuen Fehlinformationen. Ich weiss, dass das morgen auch wieder besser ist, aber jetzt geradae muss ich es mal loswerden. Ich habe selten so viel Chaos an einem Stück erlebt. Morgen wollen wir den starken Wind übrigens nutzen und gehen den 150 Meilen Schkag nach Archangelsk an. Auch dort haben wir einen Kontaktmann. Ich bin gespannt, welche Kapriolen dann dort wieder auf uns warten. Diesel gabs heute übrigens auch keinen. War bestellt und „kein Problem“. Ahoi !

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Belomorsk

11. Juli 2017 Besan 1

Oh Mann. Wir sind durch. Sowohl durch den Kanal als auch mit den Nerven. Heute hatten wir ja nur ein kurzes Stück vor uns. Dafür vier große Schleusen, eine Brücke und hunderte fliegen und sonstige Brummer. Dazu eine Affenhitze und keinen Wind. Vor der Brücke wieder stundenlang warten und unzählige Funkgespräche. Dafür treffen wir auf eine große russische Ketch. Skipper Nikolai ist ein Freund von Arved Fuchs, den bekannten deutschen Polarforscher und auf dem Weg in die Arktis. Er nimmt uns vor der Brücke auf Pãckchen und versorgt uns mit interessanten und wichtigen Infos. Dann anlegen am alten Betonsteiger und wieder viel Bürokratie wegen der Ausreise ins Seerevier. Gerade sind wir mit dem Taxi über Buckelpisten in ein Hotel. Hier gibt’s ein Restaurant. Das hamm wa uns verdient. Ahoi.

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Schleuse 14

10. Juli 2017 Besan 0

Da liegen wir gerade. Direkt hinter der 14. Schleuse an einer Riesen-Beton-Pier. Da die Poller ewig weit auseinander sind, haben wir alle Möglichkeiten ausgenutzt und getrickst. Mir andren Worten: Poller, Baggerschaufel und Tannenbaum; fertig. Ansonsten alles gut. Mal wieder völlig alleine heute Abend und gute 65 Kilometer im Kielwasser. Morgen noch fünf Schleusen, eine wichtige Hubbrūcke (wir sind angemeldet) und ein paar Kilometer. Dann sind wir in Belomorsk an weißen Meer. Yieeehaaaaw!

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Nadvoizy + Video-Botschaft

9. Juli 2017 Besan 0

Hallihallo, nach zwei Tagen im Nirvana und Funkloch sind wir wieder online. Aber nur seeeeehr langsam. Wir stehen nach gut 56 Seemeilen in Nadvoizy unmittelbar vor Schleuse 10. Heute war ein echt schöner Segeltag auf dem Vyg-See, der Teil des Belomorkanals ist. Übermorgen planen wir am Weißen Meer in Belomorsk einzutreffen. Bis dahn warten aber noch zwei lange Tage auf uns. Sorry, wenn gerade nicht viel kommt, aber wir sind hier echt weitab von der Zivilisation und froh wenn wir überhaupt mal Netz haben. Gleich gehts noch in die russische Sauna. Ich bin schon ganz gespannt.

Ja und dann gibts heute noch eine neue Video-Botschaft. Diese mal für Cord Tepelmann, der in der gleichen Sportbootschuikle wie ich damals seinen Segelschein gemacht hat. Also lieber Cord. Auch an dich vielen Dank für deine Unterstützung und viel Spaß mit dem Video. Ahoi !



Funkloch

8. Juli 2017 Besan 0

Hallo, wir sind hinter Schleuse 8 wegen starkem Nordenwind eingeweht. Es gibt nichts, auch kein Handy. Sind gerade auf dem ansonsten abgeriegelten schleusengelände im funknetz. Hoffe morgen geht’s weiter. All good.

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Povenets

5. Juli 2017 Besan 1

Ui. Hat dann doch 13 Stunden bis Povenets gebraucht. Jetzt liegen wir unmittelbar vor der ersten Schleuse in den Belomorkanal. Ein weiteres großes Ziel ist ereicht. Wir sind trotzdem ganz schön Banane. Gerade wurde noch Diesel von den Hafenarbeitern gekauft und tagsüber Wasser aus dem See in Carpes Tank gefüllt. Wir sind bereit für den Trip nach Norden. All good. Ahoi.
P’S.: Danke für die Spenden in Carpes Bordkasse. Das freut uns wirklich sehr. Und an die Neunmalklugen die fleißig meckern und auf YouTube Dislikes geben: Have a nice day :-).

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